Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien

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Planspiele - eine Einführung

Planspiele erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in unterschiedlichen Bildungskontexten. Im Rahmen von Planspielen können komplexe Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse realitätsnah simuliert werden. Dabei eignen sie sich nahezu für jede Alters- und Berufsgruppe sowie jede Schulform. Die Teilnehmenden von Planspielen übernehmen vor dem Hintergrund einer fiktiven, aber realitätsnahen Ausgangslage – dem so genannten Szenario – für die gesamte Dauer des Planspiels die Rolle von politischen Akteuren und Interessensvertretern.

Die Teilnehmenden erlernen und erleben auf diesem Wege die jeweiligen Entscheidungsabläufe. Reale politische Prozesse werden durchschaubarer und damit zugänglicher. Im Gegensatz zu traditionellen Rollenspielen agieren die Teilnehmenden vorrangig in Gruppen. Sie müssen sich in den jeweiligen soziokulturellen Hintergrund der Akteure hineinarbeiten, Anträge stellen, Parteien und Bürgerinitiativen vertreten, diskutieren und Koalitionen schmieden. Planspiele leben immer von der Bereitschaft der Spielenden, sich auf offene Lernprozesse einzulassen. Das Ergebnis eines Planspiels bestimmen die Spielenden selbst. Bei einem Planspiel ist sprichwörtlich der Weg das Ziel.

Die Teilnahme an Planspielen lässt die Menschen nicht unverändert, denn...:

  • sie ermöglichen den Spielenden einen erlebbaren Zugang zu Themenfeldern, die oft als trocken und zu komplex erscheinen, wodurch ein Lernprozess ermöglicht wird.
  • sowohl die Medienkompetenz als auch das Selbstbewusstsein der Spielenden wird gestärkt; sie lernen mit einer komplexen Thematik umzugehen und ihre eigenen Interessen angemessen zu vertreten.
  • grundlegende soziale und kommunikative Kompetenzen können durch ein Planspiel geschult werden.
  • die Kreativität der Spielenden wird gefördert und Erfolgserlebnisse können entstehen.
  • verschiedenste Arbeitstechniken (z. B. Textarbeit etc.) werden ebenso geschult wie soziale Techniken (z.B. Kooperations-, Kompromiss- und Teamfähigkeit).
  • Planspiele wecken Verständnis für komplexe politische Verhandlungen und Entscheidungsprozesse.
  • Möglichkeiten und Grenzen einer Interessendurchsetzung vor dem Hintergrund einer notwendigen gemeinschaftlichen Regelung können erfahren werden.

Insgesamt ist der Lernprozess innerhalb eines Planspiels sehr intensiv, wenngleich das Kriterium des Spielens gleichberechtigt im Vordergrund steht. Sachzusammenhänge müssen in kürzester Zeit vermittelt und reflektiert, Entscheidungen unter zeitlichem Druck gefällt und das angesammelte Wissen umgehend umgesetzt werden.

 

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