Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien

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Institut für internationale Bildung

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Allgemeine Hinweise zur Durchführung eines Planspiels

Theoretisch können Planspiele in ihren zeitlichen Ausdehnung an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst werden. So kann dieses Planspiel sowohl 1,5-tägig als auch 3-tägig gespielt werden. Es empfiehlt sich jedoch, ein komplexes Planspiel im Rahmen eines mehrtägigen Angebots anzubieten.

Am ersten (unter Umständen halbtägigen) Seminartag können Seminarmodule zum jeweiligen Entscheidungsablauf und den inhaltlichen Schwerpunkten angeboten und durchgeführt werden. Anschließend daran findet am nächsten ganztägigen Seminartag die eigentliche Simulation statt, während eine ausführliche Reflexion auf der Basis des durchgeführten Spiels am letzten Tag das Seminar abrundet und zur weiteren Vertiefung der behandelten Thematik ermuntern soll.

Grundsatz ist jedoch auch bei der Planspielmethodik, dass mit der zur Verfügung stehenden Zeit durchaus flexibel umgegangen wird und gruppenspezifische Schwerpunkte gesetzt werden können!

Der Ablauf muss jedoch jederzeit für alle Akteure offen liegen und verständlich sein. Ein mögliches Scheitern von Verhandlungen in einem Planspiel könnte durch ein rechtzeitiges Eingreifen des Leitungsteams jederzeit verhindert werden, allerdings wird hierauf in den meisten Fällen verzichtet, da auch Scheitern einen Lernprozess generieren kann. Im Rahmen der Auswertung kann später deutlich aufgezeigt werden, wie und an welcher Stelle Prozesse scheitern, welche Auswirkungen dieses Scheitern haben kann und wie später – in der Realität – dieser Tendenz zum Scheitern begegnet werden kann.

Hinweise zur Teilnehmerwerbung

Das Planspiel ist für verschiedene Personengruppen aus allen Generationen geeignet: ältere Schülerinnen und Schüler aller Schularten sowie Studierende jeder Fachrichtung, Seniorinnen und Senioren, sowie durchaus noch andere Zielgruppen. Es müssen keine Vorkenntnisse über die Situation der deutschen Minderheit vorhanden sein.

Insgesamt bewährt es sich, wenn sich die Teilnehmer aus freien Stücken anmelden und nicht z.B. ganze Schulklassen "verpflichtet" werden. Natürlich kann man bei Zweiflern zur Anmeldung raten, doch die Motivation zur aktiven Teilnahme am Planspielgeschehen ist vor allem dann sehr groß, wenn die Entscheidung freiwillig getroffen werden konnte.

Voraussetzung ist jedoch eine sorgfältige Information über das Planspiel, denn diese Methode ist in wenigen Kreisen bekannt. Am wirksamsten ist der Besuch der Zielgruppe vor Ort, z.B. in den Verbänden, Begegnungszentren, Schulklassen oder Seminargruppen an der Uni. Diese Besuche ermöglichen es, das Planspiel lebendig zu schildern. Am besten kann das eine Person leisten, die bereits an einem (bzw. diesem) Planspiel teilgenommen hat und ihre persönlichen Erfahrungen schildert. 

Die Anmeldung kann mit einem Bewerbungsbogen erfolgen, auf dem Name und Vorname, E-Mail, Telefonnummer und Geburtsjahr eingetragen wird.


Den ausgewählten Teilnehmenden sollten rechtzeitig vor der Veranstaltung folgende Informationen gegeben werden:

  • Datum und Uhrzeit (Beginn und Ende) der Veranstaltung
  • Treffpunkt am ersten Tag
  • möglicherweise eine Wegbeschreibung zum Veranstaltungsort und der Unterkunft

 

Hinweise zu Räumen und Materialien


Folgende (technische) Geräte können, müssen aber nicht zur Verfügung stehen

  • Beamer und Laptop für die Einführung zu Beginn des Planspiels
  • Flipchart, z.B. um während Plenumssitzungen Stichpunkte für alle sichtbar festzuhalten oder um sie als Wandzeitung zu nutzen
  • digitale Kamera, um ausreichend Bildmaterial für Werbung und Dokumentation zu sichern
  • Kopierer und Drucker bzw. einen Copyshop in der Nähe des Veranstaltungsorts


Materialien

  • große Papierbögen für die Flipchart
  • eine Packung weißes DIN A4-Papier
  • Moderationskarten in verschiedenen Farben bzw. kleine bunte Karteikarten
  • Stifte/ Kugelschreiber für alle Teilnehmer (evtl. Werbematerial des Veranstalters?)
  • breites, beschreibbares (Maler-)Kreppband bzw. Etiketten, um sie als Namensschilder zu verwenden
  • dicke Stifte zur Beschriftung der Namensschilder
  • Flipchartmarker
  • Tesa- bzw. Klebeband
  • Schere
  • Türschilder zum Beschriften der Sitzungs- und Arbeitsräume ("Stadtrat", "Gesellschaft der deutschen Minderheit", "Presse", usw.)


Planspielunterlagen

Die Planspielunterlagen müssen sorgfältig vorbereitet werden, damit beim Verteilen der Rollenbeschreibungen nichts schief geht. Ebenso sollten etwas mehr Szenarios und Rollenbeschreibungen als angemeldete Teilnehmer parat liegen. So können unangemeldete Teilnehmer auch spontan noch mitspielen und es ist ggf. Ersatz für verlorene oder vergessene Unterlagen vorhanden.

Folgende Unterlagen erhalten alle Teilnehmenden

  • Szenario
  • Ablaufplan des Planspiels (Matrix)
  • Hintergrundinformationen (Werbebroschüre über die Immobilien)
  • jeweils die eigene Rolle nach dem Zufallsprinzip


Zusätzliche Unterlagen für den Stadtrat

  • Informationen zu den Immobilien, die in Hradec Husákové vorhanden sind
  • Kurze Beschreibung der Zuständigkeiten des Stadtrats

 

Zusätzliche Unterlagen für Vorsitzende und Stv. Bürgermeister

  • Nach der Wahl erhält der Funktionsträger jeweils das Informationsblatt, das zu seiner Rolle gehört

 

Veranstaltungsort und Räume - darauf sollte man achten

Folgende Räume sollten über die Dauer des gesamten Planspiels zur Verfügung stehen:

  • Plenarsaal oder großer Sitzungssaal für alle Teilnehmenden für das Plenum, mit entsprechender Bestuhlung
  • Sitzungsraum für den Stadtrat
  • Sitzungsraum für das Gesellschaft Johanna Waldštejn
  • Sitzungsraum für den Kunstverein
  • Sitzgruppen in der Lobby oder im Flur bzw. ein größerer Raum für die einzelnen weiteren Akteure (kath. Pfarrer, Vertreter der dt. Botschaft, Frauenministerin)
  • ein kleiner Arbeitsraum für die Medien, am besten mit PC/ Laptop und Drucker

 

Für die Teilnehmenden des Planspiels ist es sehr attraktiv, in den Räumlichkeiten politischer Institutionen, Rathäuser, Parlamentsgebäude etc. zu spielen. Dort gelingt es auch einfacher, sich in die Rolle von aktiven Politikerinnen und Politikern sowie Interessenvertretern hineinzuversetzen. Es macht den Teilnehmenden sehr viel Spaß, an authentischen Orten zu sein, die im Regelfall für sie völlig unerreichbar sind und die sie nur aus dem Fernsehen oder der Presse kennen.

Die Nutzung solcher Gebäude muss sehr frühzeitig bei der zuständigen Stelle oder Person beantragt werden. Am einfachsten ist die offizielle schriftliche Beantragung durch die Trägerorganisation. Insbesondere müssen praktische Informationen geklärt werden:

  • Dürfen Getränke ins Gebäude gebracht werden?
  • Kann eine Kantine für die Mahlzeiten genutzt werden? Wenn ja, welche Kosten verursacht dies? Ist es alternativ erlaubt, dass eine Cateringfirma das Mittagessen im Gebäude serviert?
  • Gibt es Sicherheitsbestimmungen und Sicherheitskontrollen?
  • Müssen die teilnehmenden Ausweisdokumente mitbringen?
  • Wie genau sind die Öffnungszeiten des Gebäudes? Kann die Institution eventuell notwendige Mehrarbeit des Personals finanzieren?
  • Sind am Wochenende technische Geräte wie z.B. die Lautsprechanlage, Kopiergerät verfügbar?
  • Gibt es eine Hausordnung, die beachtet werden muss?

 

Vorschläge zur Rollenvergabe

 

Entsprechend der Teilnehmerzahl könnten die Rollen wie folgt verteilt werden:

  Stadtrat

Gesellschaft
Johanna Waldštejn

Kunstverein Frauenministerin Deutsche Botschaft

Katholischer
Pfarrer

Presse
16 Pers. 4 4 4 1 1 1 1
20 Pers. 5 5 5 1 1 1 2
26 Pers. 7 6 6 1 2 1 3
30 Pers. 8 7 7 1 2 1 4
34 Pers. 8 7 9 1 2 1 6

 

 

Matrix des Planspiels (Zeitstruktur)

 

Zeit

Stadtrat

Gesellschaft der deutschen Minderheit

Kunstverein

Frauenministerin

Deutsche Botschaft

(Botschafter/in und Attaché/e)

Katholischer Pfarrer

Presse

Freitag

17:30-18:30

Alle: Einführung in das Planspiel und die Planspielpädagogik

18:30-19:00

Alle: Vorstellung des Szenarios

19:00-20:00

Alle: Vergabe der Rollen und Einlesephase

Samstag

09:00-09:45

Erste Sitzung des Stadtrats –Beratung der derzeitigen Situation in Hradec Husákové

Erste Sitzung der Gesellschaft der deutschen Minderheit – Beratung der derzeitigen Situation in Hradec Husákové

Erste Sitzung des Kunstvereins – Beratung der derzeitigen Situation in Hradec Husákové

Positionsfindung, Ausarbeitung einer Strategie zur Durchsetzung der Interessen,

Vorbereitung eines Pressegesprächs

Positionsfindung, Ausarbeitung einer Strategie zur Durchsetzung der Interessen,

Vorbereitung eines Pressegesprächs

Positionsfindung, Ausarbeitung einer Strategie zur Durchsetzung der Interessen,

Vorbereitung eines Pressegesprächs

Begleitung der ersten Sitzungen des Stadtrats und den Organisationen der deutschen Minderheit

09:45-10:15

Wahl der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters

Wahl des Vorsitzes

Diskussion um die Wahl des Vorsitzes

Gespräch mit der Presse

Gespräch mit der Presse

Gespräch mit der Presse

Gespräche mit den offiziellen Vertretern der tschechischen Regierung, der deutschen Botschaft und der Kirche

10:15-10:30

Alle: Rede der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters von Hradec Husákové an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt

10:30-11.00

Gespräch mit der Vertreterin der tschechischen Regierung

Gespräch mit der deutschen Botschaft

Gespräch mit der deutschen Botschaft

Gespräch mit dem Stadtrat von Hradec Husákové

Gespräch mit den Organisationen der deutschen Minderheit

Abfassen der Kirchenzeitung der katholischen Gemeinde von Hradec Husákové

Begleitung der Gespräche des Stadtrats und der Organisationen der deutschen Minderheit

11:00-11:30

Alle: Kaffeepause – Zeit für informelle Gespräche

11:30-12:00

Vorbereitung der offiziellen Gespräche mit den Organisationen der deutschen Minderheit

Vorbereitung eines offiziellen Gesprächs mit dem Stadtrat von Hradec Husákové

und der Vertreterin der tschechischen Regierung

Vorbereitung eines offiziellen Gesprächs mit dem Stadtrat von Hradec Husákové

und der Vertreterin der tschechischen Regierung

Vorbereitung von Gesprächen mit den Organisationen der deutschen Minderheit

Vorbereitung von Gesprächen mit den weiteren Akteurinnen und Akteuren

Vorbereitung von Gesprächen mit den weiteren Akteurinnen und Akteuren

Vorbereitung einer ersten Sonderausgabe der Zeitung von Hradec Husákové

12:00-12:30

Gespräch mit der Gesellschaft der deutschen Minderheit

Gespräch mit dem Stadtrat

Gespräch mit der Vertreterin der tschechischen Regierung

Gespräch mit dem Kunstverein

Gespräch mit der katholischen Kirchengemeinde von Hradec Husákové

Gespräch mit der deutschen Botschaft

Verbreitung der ersten Sonderausgabe der Zeitung von Hradec Husákové

12:30-13:00

Gespräch mit dem Kunstverein

Gespräch mit der Vertreterin der tschechischen Regierung

Gespräch mit dem Stadtrat

Gesellschaft der deutschen Minderheit

Pressegespräch

Vorbereitung und Einladung zu einer Andacht für Hana Deutschmannová

Pressegespräch mit der deutschen Botschaft

13.00-14:30

Alle: Mittagessen auf Einladung des Stadtrats von Hradec Husákové

14:30-15:30

Diskussion über die Gespräche mit den Organisationen der deutschen Minderheit

unter Beteiligung der Vertreterin der tschechischen Regierung – Auswahl der möglichen Immobilien und Beschluss über die Erstellung eines Katalogs der Anforderungen

Gespräch mit dem Kunstverein unter Beteiligung der deutschen Botschaft

Gespräch mit der Vereinigung der deutschen Minderheit unter Beteiligung der deutschen Botschaft

Gespräch mit dem Stadtrat

Gespräch mit den Organisationen der deutschen Minderheit

Durchführung der Andacht für Hana Deutschmannová

Pressearbeit

15:45-16:00

Alle: Vorstellung der Ergebnisse der Sitzung des Stadtrats

16:00-16:30

Alle: Kaffeepause – Zeit für informelle Gespräche

16:30-17:30

Gespräch des Stadtrats mit der deutschen Botschaft und der

katholischen Kirchengemeinde von Hradec Husákové

Beratung und Bewertung der Ergebnisse des Beschlusses des Stadtrats

Beratung und Bewertung der Ergebnisse des Beschlusses des Stadtrats

Pressegespräch

Gespräch mit dem Stadtrat

Gespräch mit dem Stadtrat

Pressegespräch mit der Vertreterin der tschechischen Regierung

 

Pressegespräch

Sitzung mit dem Kunstverein

Sitzung mit der Gesellschaft der deutschen Minderheit

Vorbereitung einer Regierungserklärung

Pressegespräch

Pressegespräch

Vorbereitung der Pressekonferenz

18:00-18:30

Alle: Pressekonferenz

19:00-21:00

Alle: Abendessen auf Einladung der deutschen Botschaft

nach 21:00

Alle: Nachtleben in Hradec Husákové – Zeit für informelle Gespräche

Sonntag

09:00-09:45

Gemeinsame Sitzung mit den Organisationen der deutschen Minderheit

Sitzung mit dem Stadtrat

Sitzung mit dem Stadtrat

Treffen mit der deutschen Botschaft

Treffen mit der Vertreterin der tschechischen Regierung

Morgenandacht der katholischen Kirchengemeinde

Erstellung der zweiten Sonderausgabe der Zeitung von Hradec Husákové

09:45-10:15

Abschließende öffentliche Sitzung des Stadtrats, endgültige Beschlussfassung

Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des Stadtrats

Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des Stadtrats

Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des Stadtrats

Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des Stadtrats

Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des Stadtrats

Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des Stadtrats

10:15-10:30

Alle: Pressekonferenz

10:30-11:00

Alle: Umtrunk auf Einladung der deutschen Minderheit

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